Im schlesischen Landeck sowie dem in der Nähe befindlichen Hausdorff, beide in der Grafschaft Glatz gelegen, erstellte ein anonym gebliebener Künstler Tuschezeichnungen von Truppen, die durch Schlesien zogen. Die Landecker Bilderhandschrift umfasst insgesamt 14 Blätter mit bis zu sieben Figuren. Die insgesamt 76 militärischen Figuren verteilen sich auf 36 Soldaten und Offiziere Preußens, 36 Russen und 4 Engländer.

 

Die Bilderhandschrift wurde von Dr. Thomas Hemmann in einem empfehlenswerten Buch redigiert und mit zahlreichen zusätzlichen Ergänzungen, wie einer Ordre de Bataille der russisch-preußischen Verbände 1813, versehen. Neben diesem Buch beschäftigte sich noch ein Artikel von Dr. Friedrich Herrmann, erschienen 1983-1984 in der Zeitschrift für Heereskunde Nr. 310 und 311, mit den einzelnen Typen der Bilderhandschrift. In Buch wie Artikeln wird auch ausführlich auf die Datierung auf den einzelnen Tafeln sowie deren Beschriftungen eingegangen. Zudem liefern beide Autoren wertvolle Diskussionen zur Identiikation der dargestellten Einheiten und zur Einordnung in den Kontext zu anderen zeitgenössischen Bilderhandschriften.

 

Dr. Herrmann spricht bei den russischen Typen noch von dunkelgrünen Röcken, die jedoch im heutigen Original so nicht mehr zu identifizieren sind - wahrscheinlich aufgrund des üblichen Ausbleichens des Gelbtons im Grün. Daher wirken auch die russischen Soldaten dunkelblau, auch wenn ihre Uniformierung weitgehend auf dunkelgrünen Monturen beruhte.

 

Wegen der Detailgetreue des Künstlers und der örtlichen Lage von Landeck stellt die Bilderhandschrift ein wertvolles zeitgenössisches Werk zur uniformkundlichen Analyse der Felduniformen innerhalb der alliierten Armeen für 1813-1814 dar. Bei der Bezeichnung der hier präsentierten Soldatentypen wurde auf die Erkenntnisse von Hemmann und Herrmann zurückgegriffen. Im Gegensatz zur ausführlichen Präsentation und Diskussion im Buch von Hemmann sollen die Soldatentypen hier einzeln veröffentlicht werden.

 

Die Bilderhandschrift befindet sich heute im Besitz der Kunstbibliothek Berlin, der ich für die Verfügbarmachung zur kritischen Analyse danke.