Uniformenportal von Napoleon Online

Willkommen im Bildbereich mit Uniformserien, Portraits und Realien zu den Armeen von 1789 bis 1815.

1793 Artaria
1793 Artaria

In der seit 1789 am Kohlmarkt 9 in Wien befindlichen Kunsthandlung "Artaria & Comp." wurden vornehmlich musikalische Werke von Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert aufgelegt - darüber hinaus aber auch uniformkundliche Werke, was wohl auch durch die seit 1793 bestehende Teilhaberschaft des Graphikers Tranquillo Mollo begründet wird.

 

Hier soll nun eine für die Uniformkunde bedeutende Auflage des Werkes Schema aller Uniform der Kaiser. König. Kriegsvölkern aus dem Jahre 1793 vorgestellt werden. Das Titelblatt der hier veröffentlichten Serie trägt als Zeichner den Namen "Max Grimm".

 

Auf jeder Tafel findet sich ein Offizier oder Mannschaftsgrad der gezeigten Einheit; dazu wird der Name der Einheit bzw. des Kommandeurs angegeben. Darunter das Jahr der Übernahme durch den Inhaber sowie rechts unten die Rangfolge in der Waffengattung (relevant für die Infanterie und Kavallerie).

 

Die hier präsentierte Serie befindet sich im Besitz der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, der ich für die Erlaubnis zur Veröffentlichung danke.

1798 Tranquillo Mollo
1798 Tranquillo Mollo

In der Universitäts- und Landesbibliothek befindet sich aus der Werkstatt von Tranquillo Mollo und Jos. Georg Mansfeld das Werk Abbildung der Neuen Adjustirung der K.K. Armee. Mit der vorliegenden Ausgabe ist kein Ursprungsjahr angegeben, doch anhand der dargestellten Typen lässt sie sich auf die Zeit um 1798 datieren. Im Colas ist diese Quelle mit 1796-1798 angegeben. Der sehr hohe Detaillierungsgrad der unterschiedlichen Typen, teilweise in Vorder- und Rückenansicht, macht diese umfangreiche Tafelserie zu einer unschätzbaren Quelle bei der Recherche der Österreichischen Uniformierung für die Frühphase der Napoleonischen Kriege bin in das Jahr 1805.

1810 Eder Landwehr
1810 Eder Landwehr

Im Jahre 1810 wurde im Hause Joseph Eder, Wien, eine Serie von 13 Uniformtafeln herausgebracht. Diese zeigen in künstlerisch sehr ansprechender und detaillierter Form die Landwehrtruppen des gesamten Österreichischen Reiches. Aufgrund der Bedeutung dieser Truppen für den Feldzug von 1809 dürfte diese uniformkundliche Quelle eine wichtige Grundlage zur Recherche des äußeren Erscheinungsbildes für die Landwehren darstellen.

 

Die Veröffentlichung geschieht mit freundlicher Genehmigung der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt.

1821 Artaria
1821 Artaria

Im Jahre 1821 wurde im Verlag der Kunst- und Musikalienhandlaung Artaria eine Mappe von 16 großformatigen Blättern veröffentlicht, mit denen die gesamte Bandbreite der österreichischen Armee präsentiert werden sollte. Die meisten Drucke wurden von Philipp von Stubenrauch (1784-1848) gezeichnet von Künstlern wie L. Beyer, Heinrich Joseph Mansfeld (1785-1866) oder Johann Adam Klein (1792-1875) gestochen.

Die Serie besticht durch ihre außergewöhnliche Breite der dargestellten Typen - unterschiedliche Dienstgrade und auch Musiker werden gezeigt - aber auch durch die auf den Tafeln präsentierten verschiedenen Anzugsformen. Auch wenn die Serie 1821 aufgelegt wurde, stellen die abgebildeten Typen jedoch auch für die Spätphase der Napoleonischen Kriege eine wichtige Quelle dar. Denn erst in der zweiten Hälfte der 1820er Jahre wurden größere Reformen in der Montierung der österreichischen Armee angegangen, die letzte stammt aus dem Jahr 1811.

Sicher sind die Darstellungen trotzdem mit Vorsicht und Vergleich zu anderen zeitgenössischen Darstellungen zu bewerten, was die Qualität der hier präsentierten Tafeln aber nicht schmälert.

Ich danke der Kunstbibliothek Berlin, dass ich diese bemerkenswerte Serie aufbereiten und in dieser Form präsentieren kann.

 

1895 Ottenfeld
1895 Ottenfeld

Im Jahr 1895 erschien das großformatige Werk Die Österreichische Armee von 1700 bis 1867. Auf knapp 900 Seiten wird die Geschichte der Formationen in der österreichischen Armee, ihre Einsätze in den diversen Kriegen sowie die Uniformierung, Ausrüstung und Bewaffnung abgehandelt.

Den Text lieferte Oskar Karl Teuber (1852-1901), der mit 16 Jahren in eine Kadettenanstalt eintrat und nach zwei Jahren auf der Theresianischen Militärakademie aufgenommen wurde. Die dort begonnene Offiziersausbildung musste er aus Gesundheitsgründen abbrechen. Daraufhin begann er eine Karriere als Journalist, blieb aber dem Militär verbunden. Dieses Interesse mündete im Prachtwerk von 1895, die von ihm benutzten Quellen werden im Text teilweise erwähnt. Zum Teil wurden Originalvorschriften vollständig in den Text aufgenommen, darunter die für die Österreichische Armee bedeutsame Adjustierungsvorschrift von 1798.

Begleitet wird der Text durch Darstellungen der diversen Truppenteile, deren Uniform- und Ausrüstungsteile und deren Waffen auf großformatigen Farbtafeln und direkt in die Kapitel eingestreuten Illustrationen. Diese Abbildungen wurden vom Schlachtenmaler Rudolf Otto Ritter von Ottenfeld (1856-1913) gezeichnet bzw. koloriert. Ottenfeld verlor seinen Vater mit 10 Jahren, da dieser als Offizier in der Schlacht von Königgrätz fiel. Ob er auch aus diesem Grund ein starkes Interesse für Armee- und Kriegsdarstellungen hatte, lässt sich nicht sagen. Ottenfeld hatte aus diesem Interesse heraus einen Blick für militärische Darstellungen und könnte bei seinen Recherchen zum Aussehen der Truppen auf die in Wien befindlichen Originalstücke und Archivalien zurückgegriffen haben - sein Aufenthalt in Wien ist ab 1893 nachgewiesen.

Trotz der Veröffentlichung 80 Jahre nach dem Ende der Napoleonischen Kriege gilt der "Ottenfeld/Teuber" als Standardwerk zur Erforschung der Österreichischen Armee auch für die Epoche 1792 bis 1815. Auch wenn das Werk inzwischen im Internet frei verfügbar ist - so eine sehr gut digitalisierte Ausgabe der Universität Innsbruck - sollen die Tafeln wie auch die s/w-Illustrationen im Uniformenportal als Recherchehilfe veröffentlicht werden. Diese stammen aus dem, in der Kunstbibliothek Berlin befindlichen Original, die angefertigten Fotografien wurden bearbeitet.

Wegen der fehlenden Quellenangaben zu den Abbildungen Ottenfelds ist selbstverständlich ein kritischer Umgang empfohlen - die im Uniformportal veröffentlichten zeitgenössischen Serien zur österreichischen Armee sollten eine gute Grundlage dafür bieten.