Eine bekanntere Darstellung von französischen Revolutionstruppen zeigt die Varianz der Monturstücke in der damaligen Infanterie. Die hier veröffentlichte anonyme Darstellung ist betitelt mit:

 

Wahre Abbildung einer französischen Wacht-Parade zu Manheim anno 1795 im Monat October

 

Das Bild ist mit einem langen Text in altdeutscher Handschrift untertitelt, der weitere Information zur dargestellten Truppe liefert. Im Folgenden die Transkription, für die ich Oliver Schmidt herzlich danke (seine Anmerkungen in eckigen Klammern) - bitte dabei bedenken, dass dieser Text offenbar kurz nach den Napoleonischen Kriegen geschrieben wurde, als der "Hass auf Napoleon und die Franzosen" in den deutschen Staaten bei einem Teil der Intellektuellen ausgeprägt war:

 

Vorstehende Zeichnung ist von dem Decorateur und Theatermeister des Mannheimer Theaters nach der Natur aufs genaueste in Kupfer gestochen worden, wie mir Augenzeugen aufs glaubwürdigste versichert haben, und gegenwärtiges Blatt ist davon eine richtige Copie. Das Betrachten dieser Zeichnung muß bei jedem Deutschen eine äußerst traurige Empfindung hervorbringen, wenn er erweget [?], daß die Nation wozu er gehöret, sich seit [soll wohl heißen: vor] dem Jahre 1813 von solchen räuberischen Truppen-Gesindel auf alle Weise mißhandeln lassen, und daß nichts als die Zerstückelung seines Vaterlandes und der Cynismus seiner vielfachen Beherrscher jenem Gesindel es leicht gemacht hat, die Einwohner Deutschlands blos durch ihre Anzahl zu übermannen, und die deutschen Provinzen gleich den Hauptorten zu verheeren; ja diese Empfindung muß noch vermehrt werden, wenn der Deutsche die Frage aufwirft, ob die Beschlüsse des Wiener Congresses, der Bundes-Versammlung, und des Congresses zu Aken [Aachener Kongreß, 29. September bis 21. November 1818] einen größern Schutz gegen die Wiederholung solcher Anfälle der jenseits des Rheins hausenden Feinde Deutschlands auf die Zukunft leisten werden, als die Chinesen sich von ihrer Mauer gegen die Angriffe der Mantschu-Tartaren leider vergeblich versprochen haben.

 

Mir sind zwei ausgestellt Exemplare bekannt: eines im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt, eines im Landesmuseum Braunschweig. Das zweite hier veröffentlichte Exemplar wurde in Braunschweig fotografiert - dazu finden Sie anfangs im Album noch drei Ausschnitte der Version aus dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt.