Im Jahre 1847 wurde im Berliner Verlag Sachse eine Serie mit zwölf kolorierten Lithographien aus der Feder des Uniformen- und Schlachtenmalers Edmund Rabe (1815-1902) herausgegeben. Rabe war Schüler des berühmten Schlachtenmalers Franz Krüger, entwickelte daher einen Blick für das Militärische und die Darstellung von Soldaten in ihren Monturen.
Die Serie war anscheinend für den Verleger von Erfolg gekrönt, da schon 1850 eine zweite Auflage erschien. Schließlich wurde die Serie in den Jahren 1884-1885 auf 20 Tafeln vergrößert, dann auch unter Mithilfe des Zeichners und Malers Ludwig Burger (1825-1884). Die Tafeln wurden in fünf Serien im Verlagshaus Meidinger in Berlin herausgegeben. Die Neu-Auflage trug den Titel Die Brandenburg.-Preussische Armee in historischer Darstellung - Ihre Uniformierung und Bewaffnung vom Grossen Kurfürsten bis auf Kaiser Wilhelm. Eine kommentierte Veröffentlichung der Serie erfolgte als Extraheft in kleiner Auflage durch die Deutsche Gesellschaft für Heereskunde in den Jahren 1977-1978 und dann später in einem 1991 erschienenen Buch des Orbis-Verlags mit Kommentaren der Experten Georg Ortenburg und Ingo Prömper.
Die hier präsentierten 18 Tafeln stammen aus einem Exemplar der späten Ausgabe, die in der Kunstbibliothek Berlin im Original liegt. Die zwei hier nicht veröffentlichten Tafeln zeigen ausschließlich Infanteristen und Kavalleristen der Zeit nach 1860.
Alle Tafeln von Rabe und Burger zeigen die Entwicklung der Monturen in historischer Gegenüberstellung und bieten damit epochenübergreifenden Interessierten einen Eindruck vom Aussehen von Soldaten und Offizieren gleicher Truppengattungen über die Jahrhunderte hinweg. Da die Darstellungen inzwischen auch für die Recherche der Uniformierung früherer preußischer Truppen gerne genutzt wird, sollen die Tafeln auch hier im Uniformenportal veröffentlicht werden. Die Tafeln wurden bearbeitet, nicht mit abgebildet sind die im Druckwerk mit aufgeführten Untertitel der Darstellungen. Stattdessen finden sich die Zuordnungen in den Bemerkungen zu den einzelnen Tafeln.
Wie viele uniformkundliche Werke aus den Jahren 1830/1840 oder später finden sich auch bei Rabe/Burger leider keine Angaben darüber, auf welche Quellen sich die Uniformmaler berufen haben, daher müssen sie mit gebotener kritischer Quellendiskussion betrachtet werden.