Uniformenportal von Napoleon Online

Willkommen im Bildbereich mit Uniformserien, Portraits und Realien zu den Armeen von 1789 bis 1815.

Im Jahr 1895 erschien das großformatige Werk Die Österreichische Armee von 1700 bis 1867. Auf knapp 900 Seiten wird die Geschichte der Formationen in der österreichischen Armee, ihre Einsätze in den diversen Kriegen sowie die Uniformierung, Ausrüstung und Bewaffnung abgehandelt.

Den Text lieferte Oskar Karl Teuber (1852-1901), der mit 16 Jahren in eine Kadettenanstalt eintrat und nach zwei Jahren auf der Theresianischen Militärakademie aufgenommen wurde. Die dort begonnene Offiziersausbildung musste er aus Gesundheitsgründen abbrechen. Daraufhin begann er eine Karriere als Journalist, blieb aber dem Militär verbunden. Dieses Interesse mündete im Prachtwerk von 1895, die von ihm benutzten Quellen werden im Text teilweise erwähnt. Zum Teil wurden Originalvorschriften vollständig in den Text aufgenommen, darunter die für die Österreichische Armee bedeutsame Adjustierungsvorschrift von 1798.

Begleitet wird der Text durch Darstellungen der diversen Truppenteile, deren Uniform- und Ausrüstungsteile und deren Waffen auf großformatigen Farbtafeln und direkt in die Kapitel eingestreuten Illustrationen. Diese Abbildungen wurden vom Schlachtenmaler Rudolf Otto Ritter von Ottenfeld (1856-1913) gezeichnet bzw. koloriert. Ottenfeld verlor seinen Vater mit 10 Jahren, da dieser als Offizier in der Schlacht von Königgrätz fiel. Ob er auch aus diesem Grund ein starkes Interesse für Armee- und Kriegsdarstellungen hatte, lässt sich nicht sagen. Ottenfeld hatte aus diesem Interesse heraus einen Blick für militärische Darstellungen und könnte bei seinen Recherchen zum Aussehen der Truppen auf die in Wien befindlichen Originalstücke und Archivalien zurückgegriffen haben - sein Aufenthalt in Wien ist ab 1893 nachgewiesen.

Trotz der Veröffentlichung 80 Jahre nach dem Ende der Napoleonischen Kriege gilt der "Ottenfeld/Teuber" als Standardwerk zur Erforschung der Österreichischen Armee auch für die Epoche 1792 bis 1815. Auch wenn das Werk inzwischen im Internet frei verfügbar ist - so eine sehr gut digitalisierte Ausgabe der Universität Innsbruck - sollen die Tafeln wie auch die s/w-Illustrationen im Uniformenportal als Recherchehilfe veröffentlicht werden. Diese stammen aus dem, in der Kunstbibliothek Berlin befindlichen Original, die angefertigten Fotografien wurden bearbeitet.

Wegen der fehlenden Quellenangaben zu den Abbildungen Ottenfelds ist selbstverständlich ein kritischer Umgang empfohlen - die im Uniformportal veröffentlichten zeitgenössischen Serien zur österreichischen Armee sollten eine gute Grundlage dafür bieten.