Im Jahre 1807 veröffentlichte Carl Ferdinand Weiland (1782-1847) eine Uniformserie mit dem Titel Characteristische Darstellung der K.K. Französischen Armée und ihrer Alliirten im Jahre 1807 in illuminirten Kupfern, die von ihm selbst gezeichnet wurden. Auf dem Titelblatt der Serie bezeichnet er sich als königlich preußischer Artillerie-Lieutenant.
Eine Neuauflage mit zum Teil gleichen Darstellungen, aber größtenteils dem zwischenzeitlichen Zeitverlauf angepassten Tafeln erschien in Weimar 1812 unter dem Titel Darstellung der K.K. Französischen Armee und ihrer Alliirten im Jahre 1812 in 148 colorirten Kupfern. Die Tafeln werden von einem 43 Seite umfassenden Heft mit Datierung auf den 1. Mai 1812 begleitet, in dem die Organisation der dargestellten Armeen vorgestellt wird. Weiland ist zu diesem Zeitpunkt schon als Redakteur am Geographischen Institut in Weimar tätig, wo der sich auch als Zeichner zahlreicher bedeutender Karten einen Namen machte. In dieser Ausgabe gibt er nicht den Dienst in der preußischen Artillerie an, sondern verweist auf seine Dienstzeit als "vormaliger Hauptmann im kgl. württembergischen Artillerie-Corps".
Aus dem Vorwort des Begleithefts geht hervor, dass Weiland während der drei letzten Jahre die Tafeln in Subskription verlegte, daher einige Darstellungen auch vor 1812 herausgegeben wurden. Seine Arbeitsweise für die Ausgabe von 1812 beschreibt er mit den Worten:
Ich habe keine Mühe gesparet, sowohl die Uniformen, als auch die Angaben über die Stärke der verschiedenen Armeen und Contingente so richtig als möglich zu liefern, da ich die verschiedenen Details theils an Ort und Stelle selbst gesammlet, theils aus den besten mir bekannt gewordenen Hülfsquellen entnommen habe ... Gerne hätte ich dem Werke denjenigen Grad von Vollkommenheit und Vollständigkeit gegeben, den ich mir eigentlich vorgesetzt hatte, un dieser Rücksicht hätten die Napolitanische und neu organisirte Spanische Armee, eigentlich auch in dieses Werk aufgenommen werden müssen. Indeß, die Schwierigkeit über diese Armeen ganz genaue Nachrichten zu erhalten war zu groß, so daß ich lieber anstatt wissentlich etwas unrichtiges in diesem Werke aufzunehmen, diese beiden Armeen so lange aus demselben weglassen mußte ...
Auch wenn Weiland nicht alle Truppenteile mit eigenen Augen gesehen hat, dürfte ihm eine Bewertung herangezogener Werke - vielleicht darunter die in dieser Epoche herausgegebenen und hier ebenfalls publizierten Serien aus Augsburg oder der Gebrüder Suhr - vor dem Hintergrund seiner militärischen Laufbahn leichter gefallen sein. Die von ihm gezeichneten Tafeln bestechen durch einen Blick auf Details und stellen daher eine der wichtigsten zeitgenössischen Primärquellen für die französische Armee und ihrer Alliierten dar. Dabei fällt auf, dass während der drei Jahre Subskription keine Tafeln mit preußischen oder österreichischen Truppen veröffentlicht wurden - immerhin damals auch Alliierten Napoleons.
Vor allem aus zwei bedeutenden Sammlungen in der Kunstbibliothek Berlin und dem Kupferstichkabinett Dresden konnte der größte Teil der 1812er Ausgabe erschlossen und bearbeitet werden. Ergänzt wurden einige Lücken mit Tafeln aus der ASKB-Sammlung in Providence und aus einer französischen Privatsammlung, es fehlen aktuell noch acht Tafeln, darunter eine zu Baden und sieben zur polnischen Armee. Mein Dank gilt den genannten Einrichtungen für die Möglichkeit, diese Quelle nun nahezu komplett präsentieren zu können.
Tafeln aus der 1807er Ausgabe werden auch sukzessive in diesem Verzeichnis hinzugefügt und durch ein "(Ausgabe von 1807)" von der späteren Auflage zu unterscheiden.
Da der Textband ebenfalls hilfreiche Angaben zur Formationsgeschichte der Armeen liefert, kann dieser online studiert und herunter geladen werden.
Bei der Bewertung der Tafeln aus der 1812er Ausgabe muss beachtet werden, dass sie teilweise aus der früheren Veröffentlichung übernommen oder in den Jahren 1809 bis 1812 erstellt und veröffentlicht wurden. Dies fällt insbesondere bei der französischen Armee auf, die weitgehend in den Uniformen aus der Zeit um 1807/1808 präsentiert werden.