1810-1813 Stachowicz
In der Lipperheide Kostümbibliothek - heute im Besitz der Kunstbibliothek Berlin - liegt ein kleines Büchlein, das 5 Tafeln des Zeichners Mich. Stachowicz enthält. Das Titelkupfer trägt den Titel der Serie Ubiory Wojska Polskiego z czasów ksiestwa warszawskiego und weist den Herstellungsort Krakau aus. Leider findet sich kein Hinweis auf das Erstellungsjahr dieser Kleinserie.
Da für die Armee des Großherzogtums Warschau kaum zeitgenössische Darstellungen existieren, muss dieser Serie von Stachowicz einen hohen uniformkundlichen Wert beigemessen werden. Die fünf Tafeln zeigen in Gruppendarstellung unterschiedliche Typen der Polnischen Armee der Zeit von 1810 bis 1813.
1913 Chelminski
Im Jahr 1913 veröffentlichte der Militärhistoriker A. Malibran, ein ehemaliger Chef d'escadron der französischen Artillerie, das großformatige Buch L'Armée du Duché de Varsovie bei J. Leroy. Auf 315 Seiten führt er eine umfangreiche Formations- und Kriegsgeschichte der von Einheiten des Herzogtums Warschau, aber auch der polnischen Einheiten in französischem Dienst aus. Dabei geht Malibran weniger auf die Uniformen und Ausrüstung ein, daher finden sich insgesamt 48 Tafeln des polnischen Künstlers Jan V. Chelminski, einem Schüler des bekannten polnischen Kriegsmalers Juliusz Kossak, eingestreut im Text.
Im aus vier Teilen bestehenden Anhang sind vor allem der Abschnitt über die Adler und Fahnen der Armee des Herzogtums Warschau sowie der Abdruck von Teilen des Reglements über die Uniformierung und Ausrüstung der polnischen Truppen vom 3. September 1810 interessant.
Das Buch wurde in einer Auflage von 1.000 Stück aufgelegt, wobei die ersten 300 auf besonderem Papier gedruckt wurden. Im Jahre 2001 legte der Verlag Le Livre chez vous eine Faksimile-Edition des Werkes auf.
Die hier veröffentlichten Tafeln von Chelminski werden begleitet von fünf Grafiken mit den Portraits bedeutender polnischer Offiziere sowie den Tafeln mit Darstellung von Fahnen und Standarten aus dem Anhang. Alle präsentierten Abbildungen stammen aus dem Exemplar der Kunstbibliothek Berlin, das die Nummer 35 der Erstauflage trägt.
Auch wenn die Tafeln von Chelminski durch eine künstlerische Ästhetik bestechen, muss man beachten, dass diese Darstellungen nicht zeitgenössisch sind, daher auch mit anderen Quellen und zusätzlicher Literatur abgeglichen werden müssen.